36. Jahrgang - Ausgabe 5. - 03 .Märzr 2010 - Tel. 0 51 08 / 91 64-0 - Fax 91 64 17 - Nächste Ausgabe Nr. 6 am 17. März 2010

Aktuelle Informationen aus Gehrden und der Region

Bevölkerungsschutzkonzept
Streit um Rettungsdienstausschreibung

Gemeinsam ließen sich Regionspolitiker und Bundestagsabgeordnete über die Leistungen der Rettungsdienste informieren. Foto: Hochfeld

 
 

Empelde (mh)
Der rettungsdienstliche Bevölkerungsschutz in der Region Hannover setzt sich aus verschiedenen Säulen zusammen. Gemeinsam ergeben sie eine komplexe und auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmte Struktur, die die Bevölkerung in der Region bei Schadenslagen aller Größenordnungen sowie im Katastrophenfall optimal absichert. Die hierfür erforderlichen, über den regulären Rettungsdienst hinausgehenden, Personal- und Sachressourcen werden in der Region Hannover fast ausschließlich von den am Rettungsdienst beteiligten Organisationen und Unternehmen vorgehalten. Räumlich und organisatorisch sind diese Einheiten an die Rettungswachen des professionellen Rettungsdienstes angebunden.
Die Finanzierung erfolgt größtenteils aus Eigenmitteln der Organisationen. Dieses System ist durch die drohende Rettungsdienstausschreibung konkret gefährdet. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen haben der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und die RKT-Rettungsdienst GmbH jetzt auf dem DRK-Gelände in Empelde mit einer eindrucksvollen Vorführung protestiert. Anlässlich dieser Informationsveranstaltung wurde eine komplette so genannte Schnell-Einsatz- Gruppe (SEG) mit drei Behandlungszelten und neun Spezialfahrzeugen aufgebaut. Zu den Fahrzeugen gehören darüber hinaus entsprechend geschultes ehrenamtliches Personal und umfangreiches Equipment wie Zelte, Tragen, Feldbetten sowie diverse medizinische Geräte. „Wir wollen zeigen, wie eng haupt- und ehrenamtliche Aufgaben beieinanderliegen“, sagte Ulrich Werkmeister vom DRK-Regionsverband anlässlich seiner Begrüßung. Hans-Joachim Werhahn, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Hannover, fügte ergänzend hinzu, dass die Hilfsorganisationen in der Region insgesamt zwölf dieser SEG-Behandlungsplätze vorhalten würden.
Dieses an den regulären Rettungsdienst gekoppelte Angebot werde bei Großeinsätzen für den Bevölkerungsschutz ehrenamtlich zur Verfügung gestellt, betonte Werhahn im Beisein zahlreicher Regionspolitiker sowie der beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Rita Pawelski und Maria Flachsbarth. Von einer möglichen Rettungsdienstausschreibung wären regionsweit rund 1600 ehrenamtliche Helfer sowie mit Fördergeldern finanzierte Jahreskosten in Höhe von etwa 1,4 Millionen Euro betroffen.
Maria Flachsbarth zeigte sich beeindruckt und versprach, die bislang auf Hannover begrenzte Problematik nach Berlin transportieren zu wollen.