Empelde (mh)
Der rettungsdienstliche Bevölkerungsschutz in der Region Hannover
setzt sich aus verschiedenen Säulen zusammen. Gemeinsam ergeben
sie eine komplexe und auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmte Struktur,
die die Bevölkerung in der Region bei Schadenslagen aller Größenordnungen
sowie im Katastrophenfall optimal absichert. Die hierfür erforderlichen,
über den regulären Rettungsdienst hinausgehenden, Personal-
und Sachressourcen werden in der Region Hannover fast ausschließlich
von den am Rettungsdienst beteiligten Organisationen und Unternehmen
vorgehalten. Räumlich und organisatorisch sind diese Einheiten
an die Rettungswachen des professionellen Rettungsdienstes angebunden.
Die Finanzierung erfolgt größtenteils aus Eigenmitteln der
Organisationen. Dieses System ist durch die drohende Rettungsdienstausschreibung
konkret gefährdet. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen
haben der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), das Deutsche Rote Kreuz (DRK)
sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und die RKT-Rettungsdienst GmbH
jetzt auf dem DRK-Gelände in Empelde mit einer eindrucksvollen
Vorführung protestiert. Anlässlich dieser Informationsveranstaltung
wurde eine komplette so genannte Schnell-Einsatz- Gruppe (SEG) mit drei
Behandlungszelten und neun Spezialfahrzeugen aufgebaut. Zu den Fahrzeugen
gehören darüber hinaus entsprechend geschultes ehrenamtliches
Personal und umfangreiches Equipment wie Zelte, Tragen, Feldbetten sowie
diverse medizinische Geräte. „Wir wollen zeigen, wie eng
haupt- und ehrenamtliche Aufgaben beieinanderliegen“, sagte Ulrich
Werkmeister vom DRK-Regionsverband anlässlich seiner Begrüßung.
Hans-Joachim Werhahn, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes
Hannover, fügte ergänzend hinzu, dass die Hilfsorganisationen
in der Region insgesamt zwölf dieser SEG-Behandlungsplätze
vorhalten würden.
Dieses an den regulären Rettungsdienst gekoppelte Angebot werde
bei Großeinsätzen für den Bevölkerungsschutz ehrenamtlich
zur Verfügung gestellt, betonte Werhahn im Beisein zahlreicher
Regionspolitiker sowie der beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Rita Pawelski
und Maria Flachsbarth. Von einer möglichen Rettungsdienstausschreibung
wären regionsweit rund 1600 ehrenamtliche Helfer sowie mit Fördergeldern
finanzierte Jahreskosten in Höhe von etwa 1,4 Millionen Euro betroffen.
Maria Flachsbarth zeigte sich beeindruckt und versprach, die bislang
auf Hannover begrenzte Problematik nach Berlin transportieren zu wollen.