Trump und Clinton: Ein Segen für die Demokratie?

976
USA Trump
Foto: Pixabay (geralt)

Dass Donald Trump in weiten Teilen der amerikanischen Bevölkerung als Unsympath gilt, dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Doch während Hillary Clinton in den deutschen Medien noch einigermaßen glimpflig davonkommt, ist auch die Kandidatin der Demokraten in ihrer Heimat alles andere als beliebt. 40 Prozent der Amerikaner bezeichnen sowohl Trump als auch Clinton als unsympathisch. Was viele Deutsche nicht wissen: Die US-Wähler müssen sich nicht nur zwischen dem Krawall-Rhetoriker Trump und der Personifizierung der Macht-Elite Clinton entscheiden.

Mit der Ärztin Jill Stein und Gary Johnson, dem ehemaligen Gouverneur von New Mexico, gibt es noch zwei weitere Kandidaten für das mächtigste Amt der Welt. Stein tritt für die amerikanischen Grünen an, Johnson für die Libertäre Partei. Insbesondere Letzterer ist in den vergangenen Monaten in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. In landesweiten Umfragen liegt der Kandidat der Libertären bei über zehn Prozent.

Johnsons Politikansatz zusammengefasst: Der Staat soll die Bürger in Ruhe lassen. Weniger Steuern, ein liberales Waffenrecht, die Legalisierung von weichen Drogen und eine zurückhaltende Außenpolitik inklusive massiver Abrüstung sind Kernpunkte des ehemaligen Gouverneurs. Mit diesem Profil spricht er sowohl Republikaner an, die Trump nicht unterstützen wollen, als auch Demokraten, die auf den linken Anti-Establishment-Kandidaten Bernie Sanders ihre Hoffnungen setzten.

Sollten die Skandale von Clinton und Trump in den kommenden Wochen anhalten, könnte der libertäre Kandidat Johnson weiter an Zustimmung gewinnen und eventuell sogar die Erlaubnis erhalten, an den TV-Duellen teilnehmen zu dürfen. Somit könnte die fehlende Qualität und die mangelhafte Mobilisierung der beiden Favoriten sogar Positives bewirken: eine pluralistischere Parteienlandschaft in den USA und eine größere Auswahl an ernstzunehmenden Kandidaten.