Polizei Barsinghausen klärt so viel auf wie noch nie

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Polizei Barsinghausen
Joachim Eickmeier und Achim Bense vor der Wache in Barsinghausen. Foto: Welz

Die Menschen da draußen seien „nicht mehr so nett“ zu Polizisten wie früher, sagt Achim Bense, Leiter des Polizeikommissariats (PK) Barsinghausen. Er und sein Kripo-Chef Joachim Eickmeyer haben vor kurzem die neue Kriminalstatistik für ihren Zuständigkeitsbereich vorgestellt. Fazit: Es gab dort 2017 ähnlich viele angezeigte Taten wie 2016, die Aufklärungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr sowie zum Bundesdurchschnitt sehr hoch gewesen und es wurde fast doppelt so oft Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet wie noch vor zwei Jahren.

„Es wird gespuckt und getreten“, sagt PK-Chef Bense. Das sei natürlich „widerlich“, fügt er hinzu. 33 Mal wurde 2017 ein solcher Angriff angezeigt, 2016 hatte es 27 Fälle dieser Art gegeben, 2015 waren es „nur“ 18. Woran dieses mehr an Widerstand liegt, konnten weder Bense noch Eickmeyer erklären. Viel lieber sprachen sie über die „ungewöhnlich hohe“ (Eickmeyer) Aufklärungsrate des PKs in 2017: Sie lag bei 72 Prozent. Und somit nochmal um gut fünf Prozent höher als in den beiden Jahren zuvor. „Es waren alle Beteiligten richtig fleißig“, erklärte Achim Bense stolz. Denn: So hoch wie 2017 war die Quote nach Polizeiangaben in Barsinghausen noch nie zuvor gewesen.

Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass sogenannte Rohheitsdelikte (zu ihnen gehören leichte und schwere Körperverletzungen, Nötigung, Raub, und mehr) insbesondere im Vergleich zum Jahr 2015 zugenommen hätten: Insgesamt zählte das PK zuletzt 366 Taten dieser Art, 2015 waren es 253 gewesen. Das bedeutet ein Plus von knapp 45 Prozent. Woran das liegt? Fälle von häuslicher Gewalt würden zum Beispiel mittlerweile häufiger zur Anzeige gebracht, außerdem würden auch Schulen sich eher als früher an die Polizei wenden, wenn es zu Gewalt zwischen zwei Schülern kommt. Gewalt an Schulen sei aber immer noch die Ausnahme: „Das kommt nicht oft vor“, schränkt Kripo-Chef Eickmeyer ein.

Glücklich waren er und sein Vorgesetzter Achim Bense hingegen über den Rückgang der Taten im Bereich Diebstahl: 2016 zählten die Beamten in Barsinghausen noch 645 Delikte dieser Art, 2017 waren es nur noch 516 gewesen (minus 25 Prozent). Relativ zufrieden war Eickmeyer auch mit der Aufklärungsquote in dem Bereich; diese lag 2017 bei 46,44 Prozent (2016: 35,02 Prozent). Diebstähle seien insgesamt betrachtet „nicht ganz so einfach aufzuklären“, sagt Eickmeyer.

Für die Polizei „kein großes Problem“ (Zitat Bense) seien Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus in Barsinghausen; hier vermeldet das PK 13 Taten gegen diese Personengruppe, 94 Taten durch diese Personengruppe und 33 Taten untereinander. Insbesondere Eigentumsdelikte, Körperverletzungen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wären hier begangen worden.

In Personalfragen hält PK-Chef Bense außerdem fest: „Wir sind gut aufgestellt.“ Rund 50 Mitarbeiter würden in seinem Zuständigkeitsbereich arbeiten, mehr Beamte brauche er nicht: „Zu viel ist auch nicht gut, oder wollen Sie an jeder Straßenecke überwacht werden?“, fragt Bense. Immerhin: Weniger Polizisten oder Dienststellen werde es auch nicht geben – und, so Bense: „Das Personal das da ist, reicht für den Dienst rund um die Uhr und für die Ermittlungsarbeit.“

Auszug aus der Kriminalstatistik Barsinghausen

Begangene Taten: 1.859 (107 weniger als 2016)
Aufklärungsquote: 72 Prozent
Tatverdächtige: 964
– davon Kinder: 33
– davon Jugendliche: 95
– davon Heranwachsende: 112
– davon Erwachsene: 724
– davon männlich: rund 73 Prozent
Körperverletzungen: 261
Raub: 13
Diebstahl: 516
Betrug: 250
Sachbeschädigung: 212
Waffengesetz-Verstöße: 17
BTM-Gesetz-Verstöße: 172

(tow)