Katastrophenübung in Gehrden und Barsinghausen

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Massenpanik im August-Wenzel-Stadion: Es gibt dutzende Verletzte nach Bengalo- und Böller-Würfen. Fotos: Welz

von Tobias Welz

Barsinghausen/Gehrden. Die rund 250 Statisten schreien sich die Seele aus dem Leib: Hilfe! Wo ist mein Freund? Ich will zu meiner Mama! Verletzte liegen auf dem Boden, laufen verwirrt durch die Gegend oder weinen und zittern. Im August-Wenzel-Stadion in Barsinghausen sowie zeitgleich im AWO Seniorenzentrum in Gehrden führte der ASB-Landesverband Niedersachsen am Samstag-Vormittag eine Großübung mit zwei verschiedenen Szenarien durch.

Szenario 1: Massenanfall von Verletzten nach Panik im Stadion durch Bengalo

Um zehn Uhr morgens geht die Alarmierung an die Einsatzkräfte los: Unklare Lage im August-Wenzel-Stadion an der Kirchdorfer Straße in Barsinghausen. Nur die Einsatzleitung weiß, was am Schauplatz auf die ASB-Kräfte wartet. Mehrere Bengalos werden auf der Tribüne gezündet, eine Massenpanik bricht aus, in der Hand einer jungen Frau explodiert ein Feuerwerkskörper, mehrere Statisten stürzen, ein Vater verliert seinen Sohn, sucht nach ihm; alles nur gespielt.

Szenario 2: Evakuierung und Betreuung nach Feuer in einem Seniorenheim

Ebenfalls um zehn Uhr morgens startet der Alarm in Gehrden: Unklare Lage im AWO Seniorenzentrum am Thiemorgen. Der Einsatzleiter vor Ort weiß, in dem Wohnheim findet eine Geburtstagsfeier statt. Die Tochter einer Bewohnerin bringt verbotenerweise einen Kuchen mit echten Kerzen darauf mit; eine Kerze kippt um, eine Tischdecke fängt Feuer. Auch hier bricht Panik aus. Ein Bewohner erleidet (nicht wirklich) einen Herzinfarkt, ein anderer erleidet ein Lungenödem, zwei Statisten behindern die Einsatzkräfte.

Rund 150 Einsatzkräfte und bis zu 250 Statisten proben den Ernstfall

Für die rund 150 ASB-Kräfte vor Ort, ist die Großübung am Samstag notwendige Probe für den Ernstfall. „Die Szenarien sind leider keineswegs realitätsfern“, sagt Dirk Meinberg, Zugführer am Einsatzort in Barsinghausen. Bis zu 250 Statisten spielten ihre Rollen an den beiden ausgewählten Unfallorten. „Unsere Übung kostet die beiden Städte nichts, das übernimmt komplett der ASB“, erklärt Meinberg. Immerhin profitiere man dort sehr von Übungen dieser Art: „Wir haben in der Vergangenheit immer Fehler in der Durchführung festgestellt, die wir dann besprechen und in Zukunft vermeiden können.“