Doch keine GVH-Erweiterung – Bahnunternehmen fordern zu hohe Ausgleichszahlungen

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S-Bahn
Symbolbild. Foto: Pixabay

Hameln-Pyrmonts Landrat und Vorsitzender des Erweiterten Wirtschaftsraumes Hannover, Tjark Bartels, spricht von einem „Störfeuer kurz vor Vollendung der GVH-Erweiterung“. Die Gespräche über eine geplante Ausweitung des Tarifs auf die umliegenden Landkreise zum 1. Januar 2018 sind bis auf Weiteres geplatzt. Dadurch wird es für Zugreisende keine günstigeren Tickets für Fahrten in die Landeshauptstadt geben. Grund hierfür sind Ausgleichsforderungen einiger beteiligter Eisenbahnunternehmen in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro jährlich, durch die der „finanzielle Aufwand der Erweiterung in keinem vertretbaren Verhältnis mehr zum Nutzen für die Fahrgäste“ bestehe, wie Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover, erklärt.

Der Verbund Großraum-Verkehr Hannover (GVH) bietet in den an die Region Hannover angrenzenden Landkreisen seit vielen Jahren einen sogenannten Regionaltarif an, der hauptsächlich von Berufspendlern genutzt wird. Er ermöglicht Zugreisenden mit Zeitkarten aus den Nachbarlandkreisen in das Gebiet des hannoverschen Verkehrsverbundes zu fahren beziehungsweise in die entgegengesetzte Richtung. Geplant war, dieses günstige Angebot auch auf Einzelfahrscheine für Fahrten auf den Strecken nach Celle, Bad Pyrmont, Bückeburg, Nienburg und Walsrode auszuweiten, auf denen derzeit noch der Niedersachsentarif gilt. Die betroffenen Eisenbahnunternehmen machen deshalb den Ausgleich von Mindereinnahmen geltend, die durch die Region Hannover und die weiteren beteiligten Landkreise auszugleichen sind.

Landrat Bartels wirft den Eisenbahnunternehmen vor, eigene Interessen auf dem Rücken der Landkreise und deren Bürgern durchzusetzen. „Sobald wir über den Landkreis hinaus gehen, werden gute Lösungen blockiert.“ Die betroffenen Kreise und die Region Hannover stünden in diesem Thema eng zusammen, so Bartels. „Es kann und darf nicht sein, dass gute Lösungen aus Gründen der Selbstoptimierung Dritter scheitern“, kritisiert er.

Die betroffenen Kreise und die Region Hannover stehen in diesem Thema eng zusammen. „Uns eint das Ziel“, so Bartels „unsere Regionen eng miteinander zu vernetzen und Mobilität zu guten Preisen zu ermöglichen. Es kann und darf nicht sein, dass gute Lösungen aus Gründen der Selbstoptimierung Dritter scheitern.“

In den nächsten Tagen wollen die betroffenen Kreise mit der Region und dem Wirtschaftsminister laut einer gemeinsamen Erklärung beraten, wie es weitergehen soll. Schließlich stünde auch die zugesagte Anschubfinanzierung durch den Verkehrsminister im Raum.

Das Ziel, weitere Bahnhöfe in die Zeitkarten-Regelung aufzunehmen, ist aus Sicht der Region Hannover und des GVH aber nicht gefährdet. Dabei handelt es sich um die Bahnhöfe Eystrup, Leese-Stolzenau, Eschede, Unterlüß und Rinteln. Die Kosten dafür werden zurzeit kalkuliert.