Holtzmann-Azubis machen nicht nur „Blödarbeiten“

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Diese Gruppe hat während der Azubi-Days eine Heizung in Form einer Uhr entworfen. Foto: Welz

„Gute Mitarbeiter bekommt man nicht mehr, nur weil man ihnen gutes Geld zahlt“, sagt Michael Lüdecke, Geschäftsführer der Firma Holtzmann in Ronnenberg. Am vergangenen Wochenende hat der Fachgroßhändler für Sanitär, Heizung, Tiefbau und regenerative Energien zusammen mit seinen Partnern 36 Auszubildende zu den diesjährigen Azubi-Days eingeladen.

Drei Tage voller Programm warteten auf die jungen Leute, die sich zum Kaufmann, zum Fachlagerist oder zur Fachkraft in der Lagerwirtschaft ausbilden lassen. Übernachtung gab es im Drei-Sterne-Hotel Benther Berg, tagsüber wurden Führungen zu Sehenswürdigkeiten in der Region organisiert, abends gings zum Beispiel in ein Trampolincenter in Hannover: „Früher haben die Auszubildenden nur die Blödarbeiten machen müssen“, sagt Lüdecke. Das sei heutzutage anders: „Wir müssen Azubis auf Augenhöhe begegnen, sie sind die einzige Chance für unsere Zukunft.“

Ein wichtiger Ausbildungsfaktor sei es zum Beispiel, die Kreativität seiner Neu-Mitarbeiter herauszufordern: Am Freitag bekamen die 36 Azubis in Ronnenberg deswegen den Auftrag, einen ganz neuen Heizkörper zu entwickeln. Azubi Jonas Samer hatte die Idee, eine Heizung in der Form einer Uhr zu bauen: „Wer die im Badezimmer hat, braucht sich dort keine hässliche Uhr mehr aufzuhängen“, erklärt Samer. Eine andere Gruppe will eine Heizung bauen, die wie ein Herz aussieht: „Romantikhotels könnten sehr daran interessiert sein“, findet die angehende Kauffrau Lisa Zaworka.

Nach 45 Minuten Brainstorming steht in allen Gruppen (insgesamt sind es drei) der Grobentwurf. Studierende der Kunsthochschule Hannover beginnen nun damit, die Ideen graphisch umzusetzen. Ferris Bodenstedt (Gruppe 3) hat den Auftrag bekommen, eine Heizung in der Form zweier Wassertropfen zu zeichnen: „Wichtig ist mir, dass ich die Anforderungen eins zu eins umsetze – und zwar so detailreich wie möglich“, erklärt er.

Auch Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms und Wirtschaftsförderer Torsten Jung waren auf den Azubi Days zu Besuch. Harms riet: „Nutzen Sie diese Tage, um fachliches Wissen zu erlangen, aber auch um Kontakte zu knüpfen.“ Jung sagte: Es ist wirklich schade, dass Sie nicht alle nach Ronnenberg kommen, wir brauchen hier viele gute Fachkräfte.“

(tow)