Ausstellung im Bürgersaal zieht Ökobilanz

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Ausstellung im Bürgersaal - Ökobilanz
Rund drei Dutzend Gäste kamen zur Eröffnung der Ausstellung vom Umweltzentrum Hannover. Foto: Welz

„Wenn Menschen sich engagieren, dann sind auch Veränderungen möglich“. Sagt Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke. Er spricht zur Eröffnung der Ausstellung „Ökobilanz – Umweltbewegte Stadt und Region 1950 bis heute“, die seit Montag, 22. Januar, im Bürgersaal des Rathauses zu sehen ist. Besucherinnen und Besucher können sich auf 22 Plakaten beispielsweise zu den Themen Windenergie, ökologische Siedlung, Fahrradkommune, Bio-Lebensmittel und den Mühlbach informieren.

Entworfen wurde die Ausstellung vom Umweltzentrum Hannover. Dessen Geschäftsführerin Heike Hanisch führte mehrere Gespräche mit Umwelt-Akteuren aus Wennigsen. Ergebnis? Sechs der ausgestellten Plakate haben einen direkten Bezug zur Gemeinde. Fazit? Wennigsen sei, mindestens in der Region Hannover, wenn nicht sogar darüber hinaus, „Vorreiter“ in Sachen Umweltschutz, so Bürgermeister Meineke. Axel Priebs, dessen Besuch auf der Ausstellung sein letzter als Umweltdezernent in Wennigsen war (Priebs geht im April als Professor an die Universität in Wien), mahnte: „In Sachen Umweltschutz kann man nie genug tun.“

Teile der Ausstellung im Bürgersaal waren bereits fünf Monate im Historischen Museum Hannover zu sehen und auch in 12 Regionskommunen zu Gast. Der Besuch in Wennigsen stellt das Reiseende für die 22 Plakate dar. Insbesondere Schülergruppen hätten bereits ihr Kommen angekündigt, es werden einige schulinterne Klimawerkstätten im Bürgersaal organisiert.

Die ökologische Siedlung

Auf rund 20.0000 Quadratmetern hat eine Interessengemeinschaft aus rund 60 Bauherren 33 Häuser und ein Gemeindehaus gebaut. Es gibt ein eigenes Blockheizkraftwerk, dass die Bewohnerinnen und Bewohner mit Strom versorgt. Die Straßen sind mit umweltfreundlichem Tonstein gepflastert.

Die Fahrradfreundliche Kommune

In Wennigsen wurde 2008 ein umfangreiches Radverkehrskonzept vom Rat verabschiedet; damals ein Novum in der Region Hannover. Seitdem wurde viel Geld in Radwege und weitere Radinfrastruktur investiert: So sind heute beispielsweise alle Ortschaften Wennigsens über Radwegen miteinander verbunden.

Das Klimaversprechen

2011 sollten eigentlich rund 400 Haushalte in Wennigsen versuchen, ihren Co2-Ausschuss innerhalb eines Jahres spürbar zu senken. Mitgemacht haben nur rund 100 Bürgerinnen und Bürger. Am Ende kamen sie auf eine Einsparung um rund sieben Prozent. Ein Ergebnis, das den Bürgermeister Christoph Meineke damals stolz machte.

Der Streit um die Windenergie

Ein Foto vor dem Plakat zum Thema Windenergie wollten der Bürgermeister und der Umweltdezernent tunlichst vermeiden, so umstritten ist das Thema in Wennigsen. Auf dem Plakat wird an das allererste Windkraftrad in der Niedersachsen erinnert; das stand auf dem Vörier Berg in Wennigsen – und war damals ein ebenfalls umstrittener Besuchermagnet.

Der Bioladen im Stadtzentrum

Einen Bio-Landwirt gibt es nach wie vor nicht in Wennigsen, dafür aber immerhin einen gut sortierten Bio-Laden. Rund 2.000 Produkte bieten Sabine Bildhäuser und Petra Gäfke in ihrem Geschäft an der Sonnenuhr an. Den ersten Bioladen in Wennigsen, er hieß Ringelblume, gibt es hingegen seit 2001 nicht mehr.

Das Naturidyll vom NABU

Der Naturschutzbund (NABU) hat 1996 rund 3,5 Hektar Land zwischen Knölke Brücke und Ortseingang Sorsum erworben, um dort den Mühlbach zu renaturieren. Dort ist der Bach nicht begradigt oder ausgebaut. Insekten, Feldhamster und sogar der Eisvogel haben dort ein idyllisches Zuhause gefunden.

(tow)