Und plötzlich waren sie ein Paar – Heinz und Christa Rockstroh feiern am 21. Februar Eiserne Hochzeit

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Ehepaar Rockstroh
Gehen seit mehr als 65 Jahren gemeinsam durch dick und dünn: Heinz und Christa Rockstroh aus Wennigsen. Foto: Welz

Zärtlich nimmt Heinz Rockstroh (89) die Hand von seiner Frau Christa (82) in seine. Er guckt zu ihr rüber und sie zu ihm; beide lächeln, so als würden sie sich schon ewig kennen. Ist ja auch fast so: Das Ehepaar aus der Gottlieb-Daimler-Straße feiert am 21. Februar seinen 65. Hochzeitstag. 1953 haben sie in der Wennigser Klosterkirche geheiratet: „Wir mussten, weil unser erster Sohn unterwegs war“, sagt die 82-Jährige heute.

Wirklich? „Stimmt nicht, wir haben uns ja auch geliebt“, widerspricht ihr Mann. Sie lächelt wieder zu ihm rüber: „Er ist der Chef“, sagt seine Ehefrau. „Und das ist gut so und soll auch so bleiben“, fügt sie hinzu. Als er – noch ein Jüngling – vor ungefähr 58 Jahren durch die Straßen von Sorsum schritt und sie – noch ein Mädchen – am Straßenrand in einem Garten sah, war es schon fast um die beiden geschehen: „Plötzlich waren wir verliebt und ein Paar“, sagt Christa Rockstroh.

„Am Anfang war es ganz schön schwierig“, erinnert sich ihr Mann Heinz. Er arbeitete auf dem Hof Wildhagen als Treckerfahrer, sie verdiente etwas Rübengeld: „Wir hatten nicht viel. Mein kleiner Lohn hat nicht lange gereicht“, erklärt der 89-Jährige. Als er bei der Firma Leichtmetall in Hannover anfing, bekam er 70 Mark in der Woche, 55 Mark davon gingen schon alleine für die Miete drauf. „Aber wir haben es geschafft, irgendwie“, sagt der gelernte Schlosser zufrieden.

Einige Jahre später reichte das Geld sogar für einen Kleingarten in der Kolonie „Schöne Aussicht“. Dort sind die beiden auch heute noch Mitglied, obwohl sie schon längst keinen Garten mehr beitzen. Aber deswegen austreten? „Nein, ich will den Verein weiter unterstützen“, erklärt Heinz Rockstroh. An die zahllosen Abende mit befreundeten Hobbygärtnern, den alljährlichen Wettkampf um die dicksten Kartoffeln und das sonntägliche Frühschoppen erinnern die Eheleute sich immer noch gerne.

Ein paar Jahre nach der Hochzeit ist dieses Bild von den beiden entstanden; richtig schick. Foto: privat

Gesundheitsbedingt seien die Möglichkeiten für aktive Beschäftigungen mittlerweile leider deutlich eingeschränkt: Sie würde gerne mal wieder Fahrrad fahren, er sorgt bei seiner Familie für Kopfschmerzen, weil er sich das Kochen einfach nicht verbieten lässt: „Ich koche alles vom Schweinebraten über den Heringssalat bis zum Eintopf. Das war schon immer mein Job“, sagt der 89-Jährige. Das Wäsche waschen sei eher ihrer gewesen.

Hilfe bekommt das Ehepaar schon seit Jahren von der Familie ihres Sohnes Manfred (63). Er, seine Frau Gudrun, deren Kinder Nicole und Maren sowie deren Lebenspartner kümmern sich aufopferungsvoll: „Es ist toll, dass sie alle so für uns da sind“, sagt das 89-jährige Familienoberhaupt. Kommende Woche, wenn die Feier zur Eisernen Hochzeit ansteht, wollen Heinz und Christa Rockstroh ihre Liebsten unbedingt zu sich nach Hause einladen. Ob Chefkoch Heinz Rockstroh dann etwas in der Küche zaubern darf, wird bis dahin wohl noch ausgehandelt werden.

(tow)