Napola: Beklemmend und begeisternd zugleich

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Napola MCG
Mit einer beeindruckenden Leistung begeisterten die MCG-Schüler ihr Publikum. Foto: Sacha

„Hart, wie ein Brett“ sollte die Jugend im Nationalsozialismus sein. Nicht nur der Körper, sondern auch die Seele sollte aus Stahl sein, um dem Volk und natürlich dem „Führer“ zu dienen. Welche physischen und psychischen Qualen die Jugendlichen in der NS-Zeit erleiden mussten, stellten rund 50 Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums gestern Abend in der heimischen Aula vor rund 200 Zuschauern eindrucksvoll dar. „Napola – Elite des Führers“ hieß das an den gleichnamigen Film angelehnte Theaterstück, das die Schüler in den vergangenen Monaten im Rahmen des Projekts „Jugend spielt für Jugend“ vom Schauspiel Hannover und enercity einstudierten. Am Dienstag fand bereits die Premiere im Ballhof in Hannover statt.

Die Geschichte dreht sich um das junge Box-Talent Friedrich, den es an die Elite-Schule Napola zieht – gegen den Willen seines Vaters. Dort freundet er sich nach und nach mit Albrecht an, der im Laufe der Zeit immer mehr von der Ideologie des Nationalsozialismus entfernt und seine Zweifel immer deutlicher auch öffentlich äußert. Ein einschneidendes Erlebnis öffnet letzten Endes auch Friedrich die Augen.

Das Ensemble unter der Leitung von Ludger Deters, Sebastian Harms, Natalie Bergmann und Juliane Schmitz lieferte eine Meisterleistung ab. Sowohl die menschliche Kälte, als auch die Emotionalität brachten die MCG-Schüler eindrucksvoll durch ihre Leistung zum Ausdruck, die so überzeugend gespielt wurde, dass eine beklemmende Atmosphäre sich in der Aula breitmachte. Unter tosendem und minutenlangem Applaus verließen die rund 50 Schüler die Bühne. Zuvor sprach die stellvertretende Schulleiterin Heike Ostermann dem Ensemble und allen Beteiligten „größten Respekt und Hochachtung“ für ihre Leistung aus.

Am 12. Juni führen sie das Stück erneut am MCG um 17 Uhr auf. Am 5. August tritt das Ensemble um 20 Uhr noch einmal auf der Bergbühne in Empelde auf.